Das Verkehrskonzept – auf der Zielgeraden

Das Verkehrskonzept – auf der Zielgeraden

Von André Jaroslawski

Aber noch längst nicht am Ziel
Am 8. September wurden die Entwürfe zu einem zweiteiligen Verkehrskonzept für das Waldstraßenviertel bei einer Informationsveranstaltung im Sportforum vorgestellt. Neu daran: Es hatten der Bürgerverein und das Verkehrs- und Tiefbauamt gemeinsam eingeladen. Schließlich hatten in den vergangenen zwei Jahren die Mitglieder der AG Verkehr in zahlreichen, auch schwierigen Sitzungen mit Verantwortlichen des Amtes daran gearbeitet. Die vorgestellten Entwürfe spiegeln die Ergebnisse wider und machen auch deutlich, dass es die „eierlegende Wollmilchsau“ nicht gibt.

Zum einen soll es einen sogenannten Bewohnerschutz geben, der das Viertel bei Großveranstaltungen, wie den Heimspielen von RB Leipzig, vor gebietsfremden Veranstaltungsparkern und dem damit verbundenen Suchverkehr schützen soll. Zum anderen soll das Bewohnerparken die tägliche Verkehrssituation auch insgesamt verbessern. Insbesondere sollen hier der Parksuchverkehr und das gebietsfremde Parken stark eingeschränkt werden. Der Bewohnerschutz erfolgt mittels eines „Sperrkreises“, der es im Prinzip nur Bewohnern erlaubt, in das Viertel westlich und östlich der Waldstraße ein- und auszufahren. Dieser Sperrkreis wird zu Großveranstaltungen mittels entsprechender Verkehrsführung eingerichtet.

Vorschlag Bewohnerparken Waldstraßenviertel; Grafik: Stadt Leipzig, Verkehrs- und Tiefbauamt

Vorschlag Bewohnerparken Waldstraßenviertel; Grafik: Stadt Leipzig, Verkehrs- und Tiefbauamt

Das Parkkonzept sieht vor, dass Bewohner über Bewohnerparkausweise im gesamten Gebiet parken können. Das gebietsfremde Parken wird hier auf zweierlei Weise eingeschränkt. Im östlichen Teil des Viertel ist das Parken für Fremde gebührenpflichtig und auf 2 Stunden begrenzt. Somit vermindert sich der Parkdruck tagsüber hier erheblich. Im westlichen Teil ist das Parken tagsüber zwischen 8 und 17 Uhr gestattet und auf Flächen des Stadionvorplatzes z.T. frei. Im Viertel Arbeitende können also durchaus noch hier parken. Für Pendler jedoch, die vorwiegend im Ostteil parken, ist dies nicht mehr attraktiv. Außerdem ist es nunmehr für Kunden im Viertel ansässiger Unternehmen leichter einen Parkplatz zu finden.

Auf der eingangs erwähnten Informationsveranstaltung war die Resonanz auf die vorgestellten Entwürfe überwiegend positiv. Und natürlich gab es auch kritische Stimmen. Es gab beispielsweise das Verlangen nach Parkplatzgarantien, wenn kostenpflichtige Bewohnerparkausweise eingeführt würden. Die Frage ist, ob wir im Viertel Entlastung wollen und ob wir akzeptieren, dass die Flächen faktisch begrenzt sind.

Beide Konzepte können erst komplett umgesetzt werden, wenn sie im Stadtrat beschlossen werden, was hoffentlich Anfang 2017 geschieht. Bis dahin wird das Anwohnerschutzkon­zept „Sperrkreis wäh­rend Großveranstaltungen“ getestet und evaluiert. Bei den drei bisherigen Probeläufen wurde es, wie sicher viele (weiterhin) geplagte Anwohner bemerkt haben, nur halb umgesetzt. Insbesondere gab es nicht die angekündigten Kontrollen bei den Einfahrtpunkten – mit dem Ergebnis, dass unser Viertel teilweise wieder von Veranstaltungsparkern geflutet wurde. Wir haben dies unsererseits sehr deutlich bemängelt und die komplette Umsetzung angemahnt, was demnächst geschehen soll.

Gern erläutern wir als AG Verkehr im Bürgerverein die beiden Konzepte im persönlichen Kontakt und in kleinen Gesprächsrunden näher. Bitte teilen Sie uns Ihr Interesse per Mail mit und wir laden dann zeitnah ein. Und natürlich sind wir weiterhin daran beteiligt, wenn an beiden Konzepten weiter gefeilt wird. Wir hoffen, dass wir im Jahr 2017 dann die Umsetzung feiern können.

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