Jüdische Spuren in Leipzig

Jüdische Spuren in Leipzig

Auf jüdischen Spuren, Rezension von Johannes Popp

Von Johannes Popp

Die erste Auflage dieses bemerkenswerten Buchs erschien 1993 im Forum Verlag. Der Passage-Verlag hat eine zweite, überarbeitete Auflage herausgebracht. Bernd-Lutz Lange und Andrea Lorz präsentieren Orte jüdischer Geschichte und Kultur in Leipzig und sie erinnern an jüdische Leipziger.

1248 werden erstmals Juden in Leipzig erwähnt. Aber es sollte noch bis 1839 dauern, ehe der erste Leipziger Jude das Bürgerrecht erhielt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand in Leipzig die zweitgrößte ostjüdische Gemeinde nach Berlin. Die Zahl der Juden in Leipzig wurde 1936 mit 11.564 angegeben. Nach dem Krieg hatte die jüdische Gemeinde noch 14 Mitglieder. Auch diese nüchternen Zahlen belegen das Martyrium der Juden. Heute ist die Israelitische Religionsgemeinde mit etwa 1.300 Mitgliedern die größte jüdische Gemeinde in Sachsen.

Wie bekannt, lebten im Waldstraßenviertel viele jüdische Leipziger. In dem Buch werden somit auch zahlreiche Orte unseres Viertels vorgestellt, so z.B. das Haus des Rabbiners Israel Friedmann im Eckgebäude Leibnizstraße/Hinrichsenstraße, in dem sich heute u.a. die Räume des Bürgervereins befinden. Ausführlich beschrieben wird die von Ephraim Carlebach gegründete einstige Israelitische Schule in der Gustav-Adolf-Straße. Und viel Wissenswertes erfährt man über das ehemalige Israelitische Krankenhaus in der Eitingonstraße und natürlich auch über das frühere Israelitische Altersheim, das heutige Ariowitsch-Haus in der Hinrichsenstraße. Dieser reich bebilderte Titel im Taschenbuchformat sollte also in keiner Bibliothek unseres Viertels fehlen.

Bernd-Lutz Lange, Andrea Lorz: Jüdische Spuren in Leipzig 128 Seiten mit zahlr. Abb., Broschur 2., überarbeitete und erweiterte Auflage Passage-Verlag Leipzig, 2016 ISBN 978-3-95415-045-8, Preis: 10,00 €
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