Häuser-Geschichten: Nietzsche-Haus

Häuser-Geschichten: Nietzsche-Haus

Nietzschehaus, Foto: Uwe Haß

Von Katja Haß

Häuser-Geschichten: Nietzsche-Haus. Das unscheinbare Wohnhaus Hinrichsenstraße 32 ist das einzig erhaltene Nietzsche-Haus in Leipzig. Friedrich Nietzsche (1844-1900) – einer der bekanntesten Philosophen des 20. Jahrhunderts – studierte in Leipzig, arbeitete als Philologie-Professor an der Uni Basel und wurde bereits im Alter von 35 Jahren aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig pensioniert. Er lebte dann von seiner Pension und von Zuwendungen seiner Freunde.

Er bereiste Deutschland, die Schweiz, Italien und Frankreich und verbrachte 1882, 1885 und 1886 längere Arbeitsaufenthalte im Leipziger Waldstraßenviertel. Er wohnte beim Lehrer Wilhelm Janicaud in der 2. Etage der Hinrichsenstraße 32. Hier überarbeitete er seine Werke „Also sprach Zarathustra“ und „Jenseits von Gut und Böse“. Beide Schriften musste er auf eigene Kosten drucken lassen. Das Interesse an seinen Werken stieg erst am Ende seines Lebens beziehungsweise nach seinem Tod. Anlässlich seines 170. Geburtstages wurde 2014 durch die Stadt Leipzig und den Verein der Freunde von Röcken eine Nietzsche-Gedenktafel am Haus Hinrichsenstraße 32 angebracht. Friedrich Nietzsche ist in Röcken in der Nähe von Leipzig geboren und beerdigt.

Das fünfgeschossige Wohnhaus im Waldstraßenviertel wurde 1876 gebaut und war damit zu Nietzsches Besuchszeit erst wenige Jahre fertiggestellt. Die schlichte Fassadengestaltung betont die Mittelachse mit wenigen klassizistischen Details. Der Hauseigentümer Johann Gottlieb Freyer und zahlreiche Mieter, so auch der Gastgeber von Nietzsche, waren Lehrer an der nahegelegenen 2. Bezirksschule (heutige Lessingschule). Man kann vermuten, dass die Bewohner Nietzsche einerseits seine Arbeitsruhe gönnten, zumal sie tagsüber das Haus verließen, und andererseits einen regen Austausch mit ihm pflegten.

Foto: Uwe Haß

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