Erinnerungen an Max Planck

Erinnerungen an Max Planck

Physiker Max Planck (um 1930); Quelle: Wikipedia: http://www.sil.si.edu/digitalcollections/hst/scientific-identity/CF/display_results.cfm?alpha_sort=p

Von Dagmar Geithner

Am 1. November 1950 wurde im Leipziger Waldstraßenviertel die ehemalige Elsässer Straße in Max-Planck-Straße umbenannt.
Wer war Max Planck? Der Begründer der Quantentheorie? Ein Nationalsozialist, der als Wissenschaftsfunktionär den Krieg mit wissenschaftlichen Mitteln befeuerte oder ein heimlicher Widerständler, der sich bei Hitler für jüdische Wissenschaftler einsetzte? Oder eher ein unpolitischer Mensch, wie eine alte Archivaufnahme aus dem Jahr 1943 nahe legt? „In der gegenwärtigen Zeit“, sagte Planck damals im Reichsrundfunk, „darf sich ein Mann der reinen Wissenschaft nicht vermessen, bei den großen militärischen und politischen Entscheidungen, die für die Zukunft Deutschlands von ausschlaggebender Bedeutung sind, durch eigene Arbeit mitwirken zu wollen.“

Max Karl Ernst Ludwig Planck wurde am 23. April 1858 in Göttingen geboren. Seine frühe Kindheit verbrachte er in Kiel, wo sein Vater eine Juraprofessur innehatte. Nach dem Umzug der Familie nach München besuchte Max Planck das dortige Maximiliansgymnasium. Hier kam er erstmalig mit der Physik in Berührung, vermittelt durch den Mathematiklehrer, einem „scharfsinnigen und witzigen Mann“ (wie er selbst rückblickend formulierte), der den Schülern die Grundlagen der Astronomie und Mechanik näher brachte.

1874 bestand Planck – erst 17jährig – als Viertbester das Abitur. Die Studienfachwahl fiel ihm zunächst schwer. Er schwankte zwischen Naturwissenschaften, Altphilologie und Musik, da er über ein absolutes Gehör verfügte, seit Jahren Klavier und Cello spielte und regelmäßig Gottesdienste an der Orgel begleitete. Zunächst erwog er also Musik zu studieren, sah aber darin keine Berufsperspektive und entschied sich schließlich für die Physik.
Im Wintersemester 1874 immatrikulierte sich Planck an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität für das Studium der Mathematik und Naturwissenschaften. Er machte die Bekanntschaft des zwei Jahre älteren Carl Runge, mit dem er im akademischen Gesangsverein AGV München sang und der später ein bedeutender Mathematiker wurde. Mit ihm wechselte er gemeinsam 1877 für ein Jahr an die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Dort studierte er bei den berühmten Physikern Gustav Kirchhoff und Hermann von Helmholtz, wobei er von den Vorlesungen der von ihm bewunderten Wissenschaftler jedoch bald enttäuscht war. Er empfand sie als „trocken und eintönig“ und bildete sich hauptsächlich im Selbststudium der Schriften von Rudolf Claudius, der sich mit Wärmetheorie beschäftigte und die in der Folge auch Plancks Arbeitsgebiet wurde.

Nach dem „Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen“ 1878 entschied sich Planck – der Tradition seiner Familie folgend – für eine Universitätslaufbahn und wurde 1879 „Über den zweiten Hauptsatz der mechanischen Wärmetheorie“ mit „summa cum laude“ promoviert.

Bereits 1880 legte er seine Habilitationsschrift vor, der er die allgemeinen Erkenntnisse aus seiner Dissertation zur Lösung verschiedener physikochemischer Probleme zu Grunde legte. 1885 wechselte er an die Universität Kiel als Extraordinarius.

1889 folgte er dem Ruf an die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und erhielt zwei Jahre später die Ernennung zum ordentlichen Professor für theoretische Physik.

Fünf Jahre später wurde Max Planck auf Vorschlag von Helmholtz in die „Preußische Akademie der Wissenschaften“ gewählt. Für die Entdeckung des „planckschen Wirkungsquantums“ erhielt Max Planck den Nobelpeis für Physik des Jahres 1918.

In den Wirren der Nachkriegszeit gab Planck, inzwischen oberste Autorität der Physik, die Parole „Durchhalten und Weiterarbeiten“ heraus. Planck wurde Mitglied der DVP, der Partei Stresemanns, die liberale innenpolitische und eher revisionistische Ziele in der Außenpolitik verfolgte.

Bei Machtergreifung der Nationalsozialisten war Planck 74 Jahre alt. Als Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft verhielt er sich auch diesem System gegenüber loyal. Ende 1938 wurde die Akademie gleichgeschaltet und Planck trat aus Protest zurück. Er unternahm trotz seines hohen Alters noch zahlreiche Vortragsreisen und bestieg im Urlaub 1943 in den Alpen noch mehrere Dreitausender.

Nach dem 2. Weltkrieg und der Rückkehr nach Göttingen wurde die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft durch Ernst Telschow wieder aufgebaut und Max Planck wurde deren kommissarischer Präsident. Trotz zunehmender gesundheitlicher Probleme unternahm der Hochbetagte erneut Vortragsreisen.

Max Planck starb am 4. Oktober 1947 an den Folgen eines Sturzes und mehrerer Schlaganfälle. Sein Grab befindet sich auf dem Stadtfriedhof Göttingen, inmitten einer Reihe weiterer Nobelpreisträger.

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