Der Neue

Der Neue

Jörg Wildemuth, Foto: Kathrin Futterlieb-Rose

Von Paloma Bregenzer

Jörg Wildermuth sitzt in seinem neuen Wohnzimmer. An den Wänden – elegantes Dunkelgrau – hängen die farbenfrohen Acrylbilder einer Künstlerin aus dem Waldstraßenviertel. Einige wenige Unterlagen liegen verloren auf dem riesigen Besprechungstisch in der Mitte des Raumes. Der Blick aus den großen Fenstern fällt auf die Hinrichsenstraße. Fühlt er sich im Bürgerverein schon wie zu Hause? Die Schlüssel wenigstens hat er schon. Vor knapp drei Monaten wurde Jörg Wildermuth in den Vereinsvorstand gewählt, kurze Zeit später übernahm er auch den Vorsitz. Über seine Pläne und Ideen für den Verein und das Viertel sprach er mit den Waldstraßenviertel NACHRICHTEN Ende Januar. Und gab auch einen kleinen Einblick in den privaten Jörg Wildermuth.

Wildermuth, geboren 1966 in München, hat seine Kindheit und Jugend in Ulm verbracht. Sein Studium beginnt er in Tübingen, setzt es dann in München fort. Nach einem Praktikum beim Bayerischen Rundfunk geht er nicht mehr an die Uni zurück. Als Reporter ist er in der Wendezeit in Sachsen und Thüringen unterwegs, kann alles „hautnah erleben“. Seit Gründung des MDR 1991 arbeitet er für den Sender, erst in Dresden, ab dem Jahr 2000 in Leipzig. Mit seiner Familie zieht er beim Umzug nach Leipzig gleich ins Waldstraßenviertel. „Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt“, sagt er. Und: „Wir sind hier heimisch geworden.“ Die Aktivitäten des Vereins hat er lange Zeit aus der Genießerperspektive wahrgenommen. Im Sommer das Funkenburgfest, die abendliche Stimmung auf dem Liviaplatz, der alljährliche Waldstraßenviertelkalender oder die zahlreichen Führungen durch das Viertel. Als im vergangenen Jahr viele der damaligen Vorstandsmitglieder ankündigen, für die nächste Amtszeit nicht mehr kandidieren zu wollen, lässt er sich aufstellen.

Nun steht erstmal eine gründliche Einarbeitung auf dem Programm, die Liste der Aufgaben, aber auch der Ideen ist lang. Und erste Entscheidungen sind bereits gefallen: Auch dieses Jahr wird es wieder ein Großes Funkenburgfest geben. Außerdem: „Wir wollen den Verein attraktiver machen, sichtbarer“, meint Jörg Wildermuth. „Er macht eine tolle Arbeit, oft aber mit wenig Resonanz.“ Ideen gibt es dazu schon einige: Neben Familienmitgliedschaften denkt Wildermuth auch an mögliche Kooperationen mit den Schulen, gemeinsame Ausflüge oder naturkundliche Wanderungen für Kinder. Vernetzung ist hier das Stichwort. Er will den Kontakt ausbauen zu Entscheidungsträgern in der Stadt und im Viertel. Auch zu der geplanten Flüchtlingsunterkunft in der Waldstraße, die im April 2017 bezogen werden soll (Stand bei Redaktionsschluss 14. Februar 2017, Quelle: www.leipzig.de), hat Wildermuth sich schon Gedanken gemacht. „Wir möchten Ansprechpartner hier im Viertel sein, kommunizieren, dass wir als Viertel offen sind. Als Verein möchten wir Ängste abbauen, aber auch offen für Probleme sein.“ Neben Unterstützungsangeboten wie Nachhilfe hat er hier auch das Funkenburgfest im Auge. „Das können wir als Begegnungsfest feiern.“

Und wobei entspannt Jörg Wildermuth von seinen neuen Aufgaben? Am besten bei Rockmusik, gerne auch live bei einem Konzert. „Außerdem gehe ich klettern und besuche einen Tanzkurs“, berichtet er. Einen Lieblingsort im Viertel hat er natürlich auch: „Die Elefantenrutsche im Rosental“, sagt er augenzwinkernd. Jörg Wildermuth verabschiedet sich und macht sich in sein „richtiges“ Wohnzimmer auf, wo er für das gemütliche Kaminfeuer zuständig ist, zur Freude seiner Frau und seiner erwachsenen Kinder. Das Vereinsheim muss sich bis zur nächsten Sitzung gedulden. Den richtigen Lichtschalter findet Wildermuth übrigens noch nicht auf Anhieb. Klick, klick, klick, dann sind endlich alle Lampen ausgeschaltet. Außerdem fehlt ein Bewegungsmelder für das Außenlicht an der Haustür. Kommt auf die Liste.

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